….denn ist der Nachwuchs ersteinmal da, herrscht in den meißten Schlafzimmern flaute.
Eheliche Zärtlichkeiten und Kuscheleinheiten werden verdrängt von dem nach Aufmerksamkeit verlangendem Neugeborenen. Und Aufmerksamtkeit braucht es eine ganze Menge. Ständig muss getröstet, gestillt, getragen, gesungen, gepuckt und geliebt werden-ohne Pause. Besonders kräftezerrend ist es, wenn auch in der Nacht ungeteilte Zuneigung erforderlich ist. Zu Anfang kennt das Neugeborene noch keinen Tag-Nacht-Rhythmus. Zwar hat es einen eigenen Schlafrhythmus, der aber nicht unbedingt mit denen der Eltern konform ist. Erst mit der Zeit lernt es immer längere Stunden am Stück zu schlafen, und schließlich durchzuschlafen. Von Durchschlafen spricht man, wenn das Baby eine Mahlzeit verschläft. In der Regel sind die meißten Babys mit dem 1. Geburtstag so weit, dass sie 12 Stunden am Stück schlafen.
Soviel zur Theorie, denn dass nicht alle Babys ein bestimmtes Schema erfüllen, ist fast selbsterklärend. So gibt es die Wunderbabys, die schon seit der Geburt in der Nacht 12 Stunden schlafen, idealerweise von 19 Uhr-7 Uhr.
Dann gibt es Solche, die die ersten 3 Monate die eine oder andere Nacht kollickenderweise die gesamte Nachbarschaft wachschreien, ab dem 4. Monat dann aber seelig sind, den Weltschmerz verarbeitet haben, und schließlich durchschlafen.
In die 3. Kategorie hören all diejenigen Babys, bei denen es genau umgekehrt ist.
Und dann gibt es schließlich noch diese, die noch weit nach ihrem 1. Geburtstag keinen elternfreundlichen Rhythmus gefunden haben. Hier stellt sich jedoch die Frage, inwieweit die Eltern daran Mitschuld tragen. Ist es in den ersten Monaten überlebenswichtig auf alle Bedürfnisse des Babys unverzüglich zu reagieren, kann einem dieses Verhalten spätestens mit dem 1. Geburtstag zum Verhängnis werden. Verlangt der Nachwuchs Nachts immer noch mehrmals die Brust oder die Flasche, schreit, wenn es den Schnuller verliert oder fordert bei jedem Aufwachen in den Schlaf getragen zu werden, dann sollte man sein eigenes Verhalten dringend überdenken, um dem Kind zu einem gesunden Schlaf zu verhelfen. Unterstützung erhält man u.a. durch den virtuellen Austausch mit anderen Augenringengeplagten Müttern. Vielleicht kann auch die ein oder andere Fachlektüre Abhilfe verschaffen.
Aber auch ohne eigene Schuld, kommt es nicht selten vor, dass der Nachwuchs noch weit nach dem 2. Geburtstag die eigene Nachtruhe, und damit das eheliche Zusammensein, stören kann. Zuerst sind es die wachsende Zähne, dann das Austesten eigener Grenzen, die Angst vor dem Monster unterm Bett oder schließlich das Bedürfnis nach Nähe-im Elternbett.
Ist der Nachwuchs den zarten Kinderschuhen entwachsen, um die Füße in die ersten hochhackigen Pumps, oder quadratlatschigen angesagten und unbezahlbaren Sportschuhe zu stecken, dann kommen Sie wieder, die Schlafprobleme.
Kinder ändern alles. Am Anfang steht da der komplette Verlust der eigenen Persönlichkeit. Es bleibt meißt nur noch Zeit für das Stillen der eigenen Grundbedürfnisse, Schlaf ausgeschlossen. Die Liebe muss nun geteilt werden. Der Partner kommt dabei oftmals zu kurz. Die Natur hat es so eingerichtet, dass ein Neugeborenes beinahe die komplette Gefühlswelt der Mutter einnimmt, und das ist auch gut so. Hat man sich erst einmal an den neuen Lebensabschnitt gewöhnt, so ist es aber auch wichtig sich wieder Zeit für den Partner zu nehmen, auch wenn es nicht mehr so wird, wie gewohnt. Nicht schlechter, sondern anders. Irgendwie ein Stück erwachsener und vielleicht spießiger.



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