Notfälle beim Säugling und Kleinkind und wie sie richtig reagieren.
19.08.09 (Tipps und Tricks)
Aufgeschlagene Knie, Stürze, Prellungen oder Verbrennungen, Kinder sind besonders anfällig für solche Verletzungen. Besonders wichtig ist es dann zu wissen, wie man richtig reagiert.
In besorgniserregenden Notfällen, wie Kreislauf-oder Atemproblemen, sind sofortige Maßnahmen zu ergreifen.
Schürfwunden:
Schürfwunden sind schnell entstanden, wenn das Kind beim Laufen, Klettern oder Radfahren einmal unglücklich hinfällt. Auch wenn die Wunden zunächst schlimm aussehen, so ist meist nur die obere Hautschicht betroffen. Solche kleineren Verletzungen heilen schneller an der frischen Luft. Reinigen Sie die verschmutze Wunde mit einem sauberen Tuch und tupfen diese bei Bedarf mit einem Desinfektionsmittel ab. Bei größeren Wunden können Sie ein Pflaster draufkleben.
Blutende Wunden:
Hat sich ihr Kind beispielsweise an einer Glasscherbe verletzt, kann es zu starken blutenden Wunden kommen. Wird die Blutung nicht schwächer oder hört auf, indem Sie ein Tuch draufdrücken, so sollten Sie schnell einen Arzt aufsuchen, denn tiefe, blutende Wunden müssen in der Regel genäht werden.
Prellungen und Verstauchungen:
Prellungen und Verstauchungen zeigen sich in der Regel durch eine Schwellung an der betroffenen Stelle. Nachdem Sie ausgeschlossen haben, dass es sich um einen Knochenbruch handelt, kühlen Sie die schmerzende Stelle mit Kühlelementen oder kalten Umschlägen. Achten Sie darauf, dass betroffene Körperteile nicht bewegt werden.
Knochenbrüche:
Da die Knochen der Kinder noch flexibel sind, kommt es nicht so häufig zu Knochenbrüchen wie bei Erwachsenen. Da sich Knochenbrüche nicht immer leicht von Prellungen oder Verstauchungen unterscheiden lassen, achten Sie auf unnatürliche, verdrehte Haltungen an der betreffenden Stelle. Ihr Kind sollte sich möglichst wenig bewegen. Versuchen Sie niemals den Bruch selbst einzurenken, sondern suchen Sie schnellst möglichst das Krankenhaus auf. Ist der Bruch nicht eindeutig erkennbar, wird meist geröntgt.
Kopfverletzungen:
Ist ihr Kind auf den Kopf gefallen, so kann es manchmal zu einer Gehirnerschütterung oder ernsthaften Verletzungen kommen. Deswegen ist es wichtig, dass Sie mit ihrem Kind in jedem Fall den Arzt aufsuchen. Die nächsten 24 Stunden sollten Sie ihr Kind genau beobachten. Ist ihm schwindelig, erbricht es oder hat es Kopfschmerzen, könnte eine Gehirnerschütterung dahinter stecken. Hier hilft nur ruhen. Bitte nicht fernsehen oder Büchen anschauen lassen.
Verbrennungen:
Ist es zu einer Verbrennung oder Verbrühung gekommen, kühlen Sie betroffene Stelle mit kaltem ( nicht eiskaltem ) Wasser für etwa 15 Minuten. Hat der Schmerz nachgelassen, die beschädigte Haut am besten mit einem sterilen Tuch oder einer Rettungsfolie abdecken und einen Arzt aufsuchen. Bitte kein Puder oder Creme auf die Stelle auftragen. Auch Pflaster sind tabu.
Verschlucken:
Hat ihr Kind erst einmal ein Gegenstand oder etwa eine kleine Erdnuss verschluckt, dann ist die Panik meist groß. Nicht selten aber veranlasst die Neugierde des Kindes dazu sich kleine Gegenstände in den Mund zu stecken und zu verschlucken. Bekommt ihr Kind keine Luft mehr, wird es blass oder hustet es, dann legen Sie es sofort über ihre Oberschenkel und klopfen Sie kräftig zwischen die Schulterblätter. Durch die ausgelösten Hustenstöße wird der Gegenstand meist heraus befördert. Ansonsten suchen Sie bitte schnell den Notarzt auf.
Stromunfall:
Hat ihr Kind einen Stromanfall erlitten, so unterbrechen Sie sofort den Stromkreis, indem Sie Stecker ziehen und die Sicherung ausschalten. Fassen Sie ihr Kind bitte nicht direkt an, sondern bewegen Sie es mit einem nicht leitenden Gegenstand ( z.B. Besenstiel aus Holz ) von der Gefahrenquelle weg. Suchen Sie sofort einen Notarzt auf. Es könnten innere Verletzungen aufgetreten sein.
Vergiftungen:
Alle gefährlichen Substanzen, wie z.B. Medikamente, Putzmittel oder Zigarettenstummel, gehören für Kinder unerreichbar zu verstauen. Ist es trotz aller Sicherheitsvorkehrungen doch zu einer Vergiftung gekommen, so handeln Sie schnell. Kontrollieren Sie den Mundraum auf verbleibende Reste und entfernen Sie diese. Stellen Sie Giftreste und Erbrochenes sicher und rufen sofort den Notarzt oder die Giftnotrufzentrale an.
Pseudokrupp:
Kommt es bei Ihrem Kind zu einem Pseudokruppanfall, so versuchen Sie zunächst ihr Kind zu beruhigen. Bringen Sie es in eine aufrechte Haltung und sorgen Sie für Frischluft. Auch Wasserdampf kann Linderung verschaffen. Sorgen Sie auch während des Schlafes für kalte und feuchte Luft, indem Sie kalte Handtücher ins Zimmer hängen und das Fenster geöffnet lassen. Kontaktieren Sie in besonders besorgniserregenden Fällen den Notarzt.
Atemnot:
Atemnot kann ausgelöst werden durch Pseudokrupp, Asthma, beinahe Ertrinken oder das Verschlucken von kleinen Gegenständen. Versuchen Sie Ruhe zu bewahren und das Kind zu beruhigen. Verschaffen Sie sich rasch einen Überblick und rufen den Notarzt an. Kontrollieren Sie den Puls ihres Kindes, bringen Sie es in die stabile Seitenlage, öffnen Sie den Mund des Kindes und beginnen mit der Mund-zu-Mund (-zu Nase ) –Beatmung, bis der Notarzt eintrifft. Bei einem Herzstillstand beginnen Sie gleichzeitig mit Herzmassage.
Den Puls des Babys oder Kleinkindes kontrollieren Sie am besten in der Leiste oder der Innenseite des Oberarms. Bei älteren Kindern am Hals.
Notfallnummern:
Bringen Sie alle Notfallrufnummern sichtbar am Telefon an.
Kinderarzt:
Notdienst in der Umgebung:
Rettungsdienst: 112
Giftnotruf in Bonn: 0228- 19240
Giftnotruf in Berlin: 030-19240
Bei einem Anruf folgen Sie diesen Leitfragen:
WER ist betroffen?
WAS ist passiert?
WO befinden Sie sich?
WANN ist es passiert?
Vermeiden Sie Unfallgefahren im ersten und zweiten Lebensjahr mithilfe folgender Checkliste:
- Steckdosensicherung anbringen
- Lassen Sie ihr Baby keine Sekunde auf dem Wickeltisch alleine. Daher alle benötigten Utensilien in Reichweite aufbewahren.
- Giftige Zimmerpflanzen entfernen.
- Medikamente, Putzmittel, Tabakwaren etc. nicht frei herumliegen lassen, sondern an unerreichbaren Stellen aufbewahren.
- Spitze, kleine und schwere Gegenstände/Spielzeug aus dem Weg schaffen.
- Verwenden Sie nur TÜV-geprüfte Auto-Kindersitze und Hochstühle.
- Senken Sie die Matratze im Gitterbett, sobald sich das Kind alleine aufrichten kann.
- Benutzen Sie keine Lauflernhilfen.
- Schnullerketten, Halsketten, Schnüre u.ä. nie beim Kind lassen, sondern nur unter Aufsicht damit spielen lassen.
- Fenster absichern. Lassen Sie nachträglich Schösser anbringen.
- Herdplattensicherung anbringen.
- Scheren, Messer und gefährliche Küchenutensilien fürs Kind unerreichbar verstauen.
- Möbel kippsicher anbringen.